Notmops

Ereignisse um Eva


Notmops, was bedeutet das?
In den allermeisten Fällen handelt es sich bei einem Notmops um einen Hund, welcher wegen des Alters und/oder wegen gesundheitlicher Einschränkungen abgegeben wird. Wenn solch ein Hundchen abgegeben wird ist dies nicht schön aber akzeptabel.

Einen Hund, besonders mit Gebrechen, einfach auszusetzen und diesen dann seinem eigenen Schicksal zu überlassen, sowas nennt man allerunterste Schublade. Hier kann man nur hoffen, daß Menschen, die soetwas tun, in irgendeiner Art und Weise ähnliches widerfährt.

Einem Mops, dem es so erging, war die kleine Eva. Eva wurde wahrscheinlich wegen ihrer gesundheitlichen Probleme einfach mit einem Strick um den Hals ausgesetzt. Glücklicherweise wurde sie rechtzeitig gefunden und in ein Tierheim gebracht. Das hat ihr wohl das Leben geretten. Einige Zeit nach dem Auffinden von Eva wandte sich das Tierheim an Notmops mit der Bitte um Hilfe für den kleinen Mops.
Für Notmops stand sofort fest, daß gehandelt werden mußte. Trotz des schlimmen Zustandes von Eva fanden sich überraschen schnell mehrere Mopsfreunde, die sie aufnehmen und pflegen wollten. Notmops hatte nun die Qual der Wahl in diesem speziellen Fall den bestmöglichen Platz zu finden. Schnell kristallisierte sich heraus, daß dies der Platz ist, an welchem sich die kleine Mopsdame heute befindet. Die heutige Halterin hat genügend Mopserfahrung, hat schon erfolgreich eine schwere Demodikose bei einem anderen Mops bekämpft und ist, da Zuhause berufstätig, rund um die Uhr für das arme Wesen zugegen.

Leider dauerte es nach der Zusage noch ganze zwei Wochen bis Eva in ihr neues Heim durfte. In dieser Zeit entwickelte der Fall Eva eine Art Eigendynamik. Irgendwoher kam auf einmal die Anfrage eine Spendenaktion für Eva ins Leben zu rufen und Mopsfreunde von überall fragten auf einmal an, wo für Eva gespendet werden konnte. Notmops, selbst ein wenig überrascht hierüber, übernahm die Koordination. Geld- und Sachspenden flossen für Eva. Die Anteilnahme war und ist riesig. Eva's Zukunft ist gesichert, sowohl, was die ärztliche Betreuung anbelangt als auch, was ihre Ausstattung betrifft. Wäre sie ein Mensch, könnte man fast sagen, Eva wäre eine gute Partie.

Jedenfalls kam Eva erst nach diesen 2 Wochen Wartezeit dann endlich an einem Samstag in ihrem neuen Heim an. Leider verlorene Zeit, in welcher Eva gesundheitlich schon hätte besser geholfen werden können. Am Montag darauf folgte der erste Tierarzttermin um genau abzukären, was der kleinen Maus fehlt.
Offenkundig und für jedermann sichtbar war die Demodikose. Natürlich blieb es nicht dabei. Es wurde noch einiges mehr festgestellt.
Zum Beispiel war Eva total unterernährt. Nur 4,2 kg wog die kleine Maus und hatte auf der Heimfahrt schon so großen Hunger, dass man ihr kleine Mengen des Reiseproviants gab. Sie stank ganz fürchterlich und sobald man sie anpackte öffneten sich an den Druckstellen Krusten, aus denen Wundsekret und Eiter floss. Die Ohren waren innen gelb eitrig verkrustet. Die Rute war so stark vereitert, verkrustet und verkeimt, das die Tierärztin eine Amputation nicht ausschloss. Ein Abstrich wurde gemacht und die Kultur ins Labor geschickt. An beiden Voderfüßen waren Krallen bis tief in das Ballenfleisch eingewachsen, die konnten glücklicherweise ambulant geschnitten werden. Im Mund hatte eine alte Verletzung wildes Fleich wuchern lassen, sodass die Wangenschleimhaut mit dem Zahnfleisch verwachsen ist. Das behindert Eva natürlich beim Essen und die Zunge hängt oft sichtbar aus dem Mund. Diese Korrektur steht später noch an. Die Blutwerte und die der der inneren Organe waren erfreulich gut.

Schon nach einer Woche im neuen Heim zeigen sich erste Erfolge. Eva hat kräftig zugenommen, bekommt sie nun doch erstmal soviel zu fressen, wie sie verträgt und das auf 5 Mahlzeitan am Tag. Weiterhin sind Erfolge am Gesamtzustand von Eva festzustellen. Die eitrigen Stellen auf der Haut, nun endlich richtig behandelt, verschwinden langsam. Regelmäßiges baden mit einem medizinischen Shampoo, Antibiotika und ein Mittel gegen die Milben werden innerlich verabreicht. Die Ballen und Füße sind noch wund und Eva läuft deshalb nur wenige Meter am Stück. Die Haut ist nur karg mit Fell bedeckt, die vielen Pullöverchen und Mäntelchen trägt Eva deshalb sehr gerne. Ja und die Ringelrute heilt dank des im Antibiogramm bestimmten Antibiotikas ganz zufriedenstellend ab, das Ringelchen kann wohl dran bleiben.

Eva hat sich, trotz ihrer Mankos, in kürzester Zeit zu einem glücklichen und lebensfrohen kleinen Mopsmädchen entwickelt, ihren Umständen entsprechend. Sie tobt wild mit den beiden anderen Möpsen, ist ein gnadenloser Fuß- und Zehenbeiser und kriegt in der Wohnung richtig Tobeanfälle. Im Freien ist sie wegen ihrer Füße und der nackten Haut gehandicaped und fährt noch die meiste Zeit unten im Kinderbuggy mit. Abends gegen 8 uhr fällt sie in einen erschöpften, fast schon komatösen Schlaf bis zum kommenden Morgen um 6 Uhr.

Sie wartet nun darauf diese Welt, die ihr erst seit Kurzem Gutes tut, zu erobern. Notmops wird Eva auch in Zukunft weiterhin auf ihrem Lebensweg begleiten.


Dies nun, wehrter Leser, ist leider nur die halbe Wahrheit zu der kleinen Eva.

Wie weiter oben schon beschrieben, war Eva ein heiß begehrtes Objekt. Das Team von Notmops wurde mit Telefonaten und Emails überschüttet. Alles Menschen, die Eva helfen oder aufnehmen wollten. Die meisten dieser Personen waren glücklich als sie hörten, daß für Eva ein Platz gefunden war. Leider aber gab es auch viele Mitmenschen, die nicht verstehen konnten, daß genau sie Eva nicht bekommen würden. So wurden, besonders am Telefon, Beschimpfungen und Beleidigungen ausgesprochen, weil man Eva nicht diesen Menschen geben würde. Sie wäre doch genau die Personen, die sich mit Demodikose auskennen und nur sie würden Eva helfen können. Dies ging so bis zum Tage der Abgabe des Mopsmädchens.

Wir alle dachten, daß nun Ruhe einkehren würde. Leider war dem nicht so. Auf der Webseite von Notmops und im Mopsforum wurden Bilder und Berichte von Eva und ihrem Heilungsprozess gezeigt. Auch hier wieder freuten sich fast alle Mopsfreunde mit Eva und ihren neuen Menschen. Leider wieder nur fast alle. Weiterhin wird massiv Stimmung gegen die Halter von Eva gemacht, in Berichten und Bildern nach Fehlern gesucht. Sowohl die neuen Halter als auch Notmops sollen als unfähig hingestellt werden. Diesen Menschen kann man nur wünschen, daß sie eines Tages ihren intellektuellen Hubraum erweiten und einsehen, was für einen Unfug sie von sich geben. Es gibt noch mehr Personen auf diesem Globus, die einem kranken Mops helfen können und werden, als diese selbsternannten einzigartigen Retter der Möpse.

Es werden Fernheilung, wie Reiki u. ä. Kontaktaufnahmen ohne Zustimmung der Halterin unternommen. Bitte unterlassen Sie es, solange es nicht ausdrücklich und von Ihnen seitens der Halterin erbeten wird. Es verstört und verängstigt alle Beteiligten, Menschen und Hunde.

Leider hat die neue Halterin den Fehler begangen, unbedarft den falschen Personen ihre Kontaktdaten zu geben. Mittlerweile wird sie massiv mit Telefonanrufen oder per Email bedrängt. Die Namen sind Notmops bekannt und können, sofern es notwendig ist, veröffentlicht werden.

Und zum Schluss wurden aus wilden Spekualtionen die Behörden auf das Tierheim aufmerksam gemacht, natürlich anonym, und sorgten für eine Menge Misstrauen und Unfrieden unter den involvierten Menschen.

Notmops wünscht Klein Eva und ihren Menschen trotz der Knüppel, die ihnen zwischen die Beine geworfen werden, eine glückliche und lange gemeinsame Zukunft und dass nun endlich Ruhe einkehren möge.

Das Notmops-Team
[05.11.2008]

 


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