Notmops

Boston

Boston ist nicht mehr bei uns

Vor ein paar Wochen bekam die Mopshilfe eine Anfrage, ob wir nicht bei der Vermittlung eines Möpschens aus Ungarn helfen könnten. Was wir erfuhren war, daß er dort im Tierheim sitzt, schwarz ist und Boston heißt.
Selbstverständlich waren wir sofort bereit einzuspringen und zu helfen. Zunächst galt es die größte Hürde zu nehmen - den Transport nach Deutschland.
Doch diese Hürde war rasch genommen. Der BMT - Bund gegen Mißbrauch der Tiere e.V. - in diesem Fall das Tierheim Elisabethenhofaus Reichesheim, welches mit dem ungarischen Tierheim zusammenarbeitet, übernahm unter Leitung von Frau Zipp den Transport. Sonntag (07.11.04) Nacht traf der Hundetransport am Zielort an. Wegen der späten Stunde wurde die Abholung von Boston für Montag früh vereinbart. Bis Dato wußte noch keiner was da auf uns zukommt.
Bevor ich nun weiterschreibe möchte ich mich im Namen der Mopshilfe herzlichst bei Frau Zipp, dem Tierheim Elisabethenhof und dem BMT bedanken.

Montag morgen trafen wir um 8:30 Uhr im Tierheim ein. Frau Zipp stand schon mit einem kleinen Etwas auf der Wiese und erwartete uns. Zunächst, mit ein paar Metern Entfernung war noch nichts genaues zu sehen. Doch dann, beim Näherkommen, bot sich ein entsetzliches Bild. Wir sahen Boston. Daß dies ein Mops sein soll konnte man sich kaum vorstellen. Abgemagert bis auf die Knochen konnte er sich nicht auf den eigenen Beinen halten. Ein Bild zum Heulen.

Frau Zipp klärte uns dann auf. Boston war im Tierheim in Ungarn untergebracht in einem eigenen Käfig. Dies war sein Glück, denn mit anderen Hunden zusammen wäre er ob seiner Behinderung (einen Tic und ein verkrüppelter Vorderlauf) untergegangen und vermutlich schon tot. Boston wurde im September von einem Tierfänger aufgegriffen. Wo er ursprünglich herstammt weiß niemand. Nachdem alle Papiere übergeben waren machtewn wir uns auf die Heimfahrt.

Auf dem Weg entschieden wir sofort "Der erste Weg wird zu unserer Tierärztin führen". Der Kleine muß untersucht werden.
Die Tierarztassistentin sah uns und ohne Rücksicht auf die Wartenden wurden wir sofort ins Behandlungszimmer geführt. Sowohl unsere Tierärztin, Frau Butteron, aus auch ihr Team waren erschüttert als sie Boston sahen. Sofort wurde er an eine Kochsalzlösung gehängt weil er total ausgetrocknet war. Danach wurde er auf Herz und Nieren überprüft. Ja, und hier kam die große Überraschung. Blutwerte und innere Organe waren trotz seines Zustands prima gewesen.

1 1/2 Stunden dauerte die Untersuchung und Erstversorgung von Boston. Frau Butteron schrieb einen Bericht, stellte Medikamente zusammen und übergab ein erstklassiges, kalorienhaltiges Futter, welches Boston schon Vorort bereitwillig zu sich nahm. Und alle stellten fest "Boston hat einen starken Lebenswillen"
Mit den besten Wüschen wurden wir entlassen.
Auch an dieser Stellen einen ganz, ganz herzlichen Dank an Frau Butteron und ihr Team für ihren selbstlosen Einsatz für einen Hund, der wohl nie wieder zu ihr finden wird. In diesen 1 1/2 Stunden wurden andere Patienten vertröstet weil Boston vorrang hatte. Und zum Schluss war alles kostenlos. Niemand wollte Geld für diese Behandlung. Wir können uns nicht oft genug dafür bedanken.

Kurzer Zwischenstop bei uns daheim, wo Boston erst mal ausgiebig fressen und trinken durfte. Danach gin es auf die Fahrt zu den neuen Haltern. Und wir machten uns Gedanken, wie es wohl werden wird. Familie Orth, zu der Boston kommen sollte, wußte bis dahin auch noch nichts näheres.

Um 15 Uhr war es soweit. In einem Ortsteil von Düsseldorf, wo Familie Orth wohnt, klingelten wir. Wie wird der erste Eindruck sein?
Ja, es war ein Schreck dieses Würmchen, in eine Decke gewickelt, zu sehen. Aber so schnell, wie diese Schreck kam, wich er auch schon der Zuneigung. Boston wurde überaus herzlich aufgenommen.

Da Boston schon zeigte, daß er körperliche Nähe mag, wurde ihm diese auch sofort Teil. Streicheln gefällt auch solch einer geschundenen Gestalt. Ja, uns schon kurz darauf machte sich Bossi, wie Boston liebevoll genannt wird, daran sein neues Heim zu erkunden. Alles zwar sehr wackelig, weil keinerlei Muskeln vorhanden sind, aber dennoch zielstrebig. Auch einen Tennisball, den er entdeckt hat, nannte er schnell sein Eigen.
Als krönenden Abschluss, um zu zeigen, hier bleibe ich, wurde sich mitten in der Küche erleichtert. Niemand nahm es Bossi krumm.

Nachdem Familie Orth, die uns mit Kaffee und Kuchen bewirtete, auf den aktuellen Stand bezüglich Bostons Gesundheit gebracht wurde, machten wir uns, einerseits glücklich über das tolle Los, welches Bossi erwischt hat, anderseits traurig, weil wir ihn schon ins Herz geschlossen haben, auf den Heimweg.

Familie Orth versprach uns, uns auf dem Laufenden zu halten was Bossis Entwicklung betrifft.

Wir alle sind uns sicher Bossi, Du schaffst es

Bericht von Michaela und Peter Bömer 08.11.04


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