Notmops

Cindy

Aus der Schweiz bat uns Frau Kopp um Hilfe bei der Vermittlung einer Mopshündin.

Cindy, eine schwarze 2 Jahre junge Mopsdame, die an beiden Knien (Patella Luxation) bereits operiert war. Die jetzigen Besitzer hatten nicht mehr viel Spaß an der Hündin, die eigentlich zur Zucht gedacht war, und hatten sich bereits einer anderen Rasse zugewandt. Cindy wurde nach der Op nicht mehr zum täglichen Spaziergang mitgenommen und fristet ein trostloses Dasein, denn ihr Mopsfreund, der zur Zucht bestimmte Rüde, war bereits verkauft worden.
Die junge Frau hörte täglich das jämmerliche Schreien der alleingelassenen Cindy und überedete die Besitzerin Cindy doch in gute Hände abzugeben. Denn eigentlich sollte Cindy noch für verkauft werden. Nach dem die Besitzerin dann doch eingewilligt hatte Cindy ohne Geld zu verlangen an einen guten Platz zu vermitteln, geschah das auch sehr schnell.

Schon seit längerer Zeit war Familie F. für einen geeigneten Notmops vorgesehen und Cindy war genau der Mops auf den sie so lange gewartet hatten. F. standen mitten in den Hochzeitsvorbereitungen und Cindy war das unerwartete Hochzeitsgeschenk.
Die Formalitäten für die Ausreise aus der Schweiz wurden blitzschnell von Frau Kopp erledigt und sie brachte Cindy über die Grenze um sie dort ihrer neuen Familie zu übergeben.

Mittlerweile sind F. verheiratet, Cindy war natürlich mitten drin dabei. Sie hat sich ganz prima eingelebt und wird überall mit hingenommen. Selbst die Fahrt zum Altglascontainer wird nur mit Cindy erledigt.

In diesem Fall war die logistische Arbeit der Mopshilfe ausschlaggebend, dem Notmops schnell und unbürokratisch den geeigneten Platz finden. Jeder Notmops hat andere, individuelle Ansprüche an die neuen Besitzer und das Umfeld. Cindy z. B. leidet unter Verlassensangst und konnte nur dorthin vermittelt werden, wo es sicher ist, dass immer jemand da ist. Außerdem wurden im Vorfeld beratende Gespräche wegen der OP und der weiteren Vorgehensweise besprochen.

Mittlerweile ist Cindy in die Familie fest integriert und hat dort ein dauerhaftes und liebevolles Zuhause gefunden.

Bericht von Susi Becker 19.12.04


Neues von Cindy

Am 24. Juli 2005 wurde Cindy von Familie F. wieder abgegeben. Voran gegangen war nach 6 Monaten der Einzug eines weiteren von uns vermittelten Notmopses namens Felix bei der Familie. Da Cindy nicht alleine bleiben konnte, beschloss man einen zweiten Mops aufzunehmen, damit sie sich in mopsiger Gesellschaft besser fühlte. Leider harmonierten die Beiden nicht sehr gut miteinander. Cindy zog sich zurück und laut Aussagen der Frau hatten die beiden öfter Zoff miteinander. Natürlich wollte man der ganzen Situation erst Mal eine Chance auf Besserung geben. Leider vergebens. Nach 3 Monaten entschloss sich Familie F. dazu Felix zu behalten und Cindy wieder abzugeben.

Ich muss gestehen, ich war menschlich sehr enttäuscht und betroffen über die Entscheidung. Schließlich war Cindy mittlerweile 9 Monate in der Familie, aber Felix hatte mit dem Elan eines kerngesunden 2jährigen Rüden die Entscheidung gewonnen. Schnellstmöglich wurde eine Fahrstaffel gebildet von München zu mir, in die Nähe von Kaiserslautern. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei Nadine und Sybille bedanken, die Cindy in Stuttgart aufnahmen und bis in mein Haus brachten.

Ich wollte mir die mittlerweile 5jährige Hündin erstmal anschauen und mir ein Bild von ihrem gesamten physischen und psychischen Zustand machen. Was ich dann sah machte mich sehr nachdenklich und traurig. Die Hündin erbrach das Futter sehr oft direkt nach dem Essen, sie hatte ständig einen ungesunden Kotabsatz, das Fell war sehr struppig und sie roch sehr schlecht aus dem Hals. Auch Nadine und Sybille war in der kurzen Zeit das schlechte Haarkleid aufgefallen und dass sie starke Blähungen hatte konnte in dem engen Auto nicht unbemerkt bleiben.

Ich stellte sie meiner Tierärztin vor, die eine chronische Gastritis diagnostizierte. Durch das ständige Erbrechen waren die Zähne dick mit Zahnstein belegt und teilweise waren die Zähne dadurch auch schon angegriffen. In Folge dessen war ebenso der Rachenraum entzündet. Die ganze Entzündung zog sich durch den kompletten Verdauungstrakt. Der permanente Durchfall hatte am After dann auch schon die Behaarung auf einer Seite zerstört.

Nach 6 Wochen täglicher medizinischer Versorgung, Tropfen, Pulver, Tabletten, Baden und Diät-Futter besserte sich Cindys Zustand. Sie behielt das Futter im Bauch, das Fell wurde besser im Glanz, in der Farbe und in der Struktur, der ganze Mops blühte langsam auf.

Mittlerweile war Cindy 8 Wochen bei uns und hatte sich hier immer von der besten Seite gezeigt. Keine Zankereien, sie hatte nie geweint, spielte entzückend mit den Welpen und mit mir freundete sie sich auch immer mehr an. Die kleine Dame war mir ans Herz gewachsen, einen weiteren Wechsel ins Ungewisse wollte ich ihr nicht mehr zumuten. Cindys Reise hat ein Ende, sie ist nun 9 Monate bei uns und ich rufe sie gerne Cinderella, das kleidet sie viel besser.

Wir, die Helfer der Notmopshilfe, haben aus dieser Geschichte unsere Erfahrungen gezogen und letztendlich auch die Konsequenzen.

Susi Becker im April 2006


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