Notmops

Cadet und Lieutnant

Mittwochs erreichte uns eine Email mit der verzweifelten Bitte um Hilfe. Zwei ältere Mopsherren suchen ziemlich kurzfristig ein neues Zuhause.

Die Lebensumstände hatten sich geändert, der Umzug nach USA stand vor der Tür, allerdings musste der Familienvater in den Iran und ein Kind der Familie war schwer erkrankt, so dass die Betreuung der Hunde etwas zu kurz kam. Bis zum Schluß hatte man versucht eine Lösung zu finden. Manchmal kommt es eben anders, als man es erwartet hat.

Natürlich waren die beiden Mopsherren, Cadet und Lieutnant, ein Fall für die Notmopshilfe. Die Zeit drängte, denn montags sollten schon die Packer anrücken und das Haus leer räumen. Schnelles Handeln war jetzt angesagt. Erst mal überlegen, wer kam für die Beiden in Frage, Cadet mit 7 Jahren und Lieutnant mit 10 Jahren und am Besten natürlich zusammen. Gesundheitlich waren die Beiden dem Alter entsprechen fit und munter.

Seit längerem wartete Linda in Potsdam auf einen Notmops. Schon zweimal hätte es fast geklappt, aber zum Wohle des Mopses müssen wir manchmal anders entscheiden.
Also Linda angerufen und die berühmte Frage gestellt: Linda, bist du bereit für zwei Notmöpse?
Linda hat nicht überlegt, sondern gleich JA!!! gesagt. Prima, kurz die Lage besprochen und dann kam der Haken an der Sache. Linda hat kein Auto und auf die Schnelle auch niemanden, der sie fahren konnte. Die beiden Jungs saßen in Mannheim und mussten nun irgendwie nach Potsdam. Das bedeutete alle Hebel in Bewegung setzen. Mails losschicken, Aufruf im Mopsforum starten und telefonieren bis die Lippen fusselig sind. Das Unglaubliche wurde wahr und innerhalb eines Tages stand eine Fahrstaffel bereit, die die Jungs in Etappen bis ans Ziel bringen würde. Samstagmittag ging die Reise los. Etwas Sorgen bereitete die Hitze, denn zwei Möpse im gesetzten Alter auf eine solche Reise zu schicken, ließ mich mehrere Stoßgebete in den Himmel schicken.

Die erste Etappe fuhren die Besitzer mit den Beiden bis zur Raststätte Wetterau, dort wartete bereits Monia, die sich bereit erklärt hatte den Transport bis Herford zu übernehmen und gewährte den Beiden auch Kost und Logis bis zum nächsten Tag. Die Beiden benahmen sich übrigens vorbildlich, waren unkompliziert, aßen, tranken und schliefen die Nacht durch. Sonntags morgens dann trafen Anton und Strathis bei Monia ein, die den 3. Teil der Staffel bis nach Lüneburg übernahmen. Gut ausgestattet, mit diversen mopstauglichen Utensilien, machten sich die die Vier auf den Weg. Wieder zeigten sich Cadet und Lieutnant von der Schoko-Mops-Seite und lösten nur gelegentliche Entzückensrufe im Auto aus. In Lüneburg dann angekommen übergaben sie die Mopsjungs dann an Erwin, die hatten nun die Aufgabe die Beiden bis nach Potsdam ins neue Zuhause zu bringen. Cadet hatte es sich während der Fahrt auf Yvonnes Schoss bequem gemacht, und genoss die Aufmerksamkeit. Große Freude dann endlich in Potsdam, wo Linda ihre neuen Mitbewohner in Empfang nahm. Die erste Nacht war eher kurz, standen Cadet, Lieutnant und die schon dort lebenden Hunde Onno, der Mops, und Odin, die Dogge, um 5 Uhr morgens vor der Schlafzimmertür und beschlossen Linda hätte lange genug geschlafen.

Mittlerweile sind einige Tage vergangen. Die beiden Jungs haben den Wechsel erstaunlich gut weggesteckt. Jeder, der an der Staffel beteiligt war, hat die Beiden ins Herz geschlossen. Einstimmig war der Satz zum Schluss: Wir fahren jederzeit wieder.
Nochmals von Herzen DANKESCHÖN an alle, die so schnell entschlossen ihr Wochenende für die Beiden geopfert haben und ein DANKESCHÖN an Diejenigen, die als Alternative zur Verfügung standen.

[ Bericht von Susi Becker 02.07.05 ]


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