Notmops

Tyson

Das war nun mein zweiter Notmops in dieser Woche. Am Telefon erfuhr ich, daß Tyson aus persönlichen Gründen leider nicht mehr bei seiner Familie bleiben konnte. Nachdem die wichtigsten Informationen ausgetauscht waren, dachte ich über geeignete Bewerber nach. Vor einiger Zeit hatte sich eine sehr sympatische Dame bei mir persönlich vorgestellt, deren Wunsch seit 10 Jahren ein Mops ist. Da sie selber in einer Nothunde-Organistaion tätig ist, leben bei ihr zwei ältere Nothunde, zu denen sie sich mittlerweile sehr gut einen Mops vorstellen konnte. Sie hatte es nicht eilig und wollte gerne einem Notmops (egal ob er nur 3 Beine hat, die Zunge raushängt oder chronisch krank ist) ein nettes Plätzchen fürs Leben bieten. Tyson erlitt in frühen Jahren einen Beckenbruch, der ihn zur Zeit nicht behindert, der aber im Auge behalten werden muss. Ausserdem ist er sehr übergewichtig und muss diätisch ernährt werden.

Die Dame war Feuer und Flamme, egal wie er aussähe und welche Handicaps er mitbringe, der Mops ist willkommen.
Am Samstag Nachmittag dann läutete es an meiner Haustüre und ein ausgesprochen aufgeweckter schwarzer Großmops stand vor meiner Tür. Tyson blickte mich an und im gleichen Moment dachte ich, schade, daß ich dich schon versprochen habe. Zügig wurden die Formalitäten erledigt und Tyson kaute derweilt blitzschnell eine Büffelhautrolle. Letzte Informationen ausgetauscht, dann verabschiedete sich das "alte" Frauchen. Damit Tyson sich erst gar nicht auf mich und meine überaus große Sympathie ihm gegenüber einlassen konnte, packte ich ihn in meine Auto und fuhr ihn zu seiner neuen Familie. Auf der Fahrt blickten mich zwei klare, ruhige Augen an, und ich spürte sein Vertrauen. Nach einer Weile lag seine Pfote auf meinem Knie und mir war klar, dieser Mopsmann ist eine ganz große Persönlichkeit.

Als wir die Auffahrt zum Haus seiner neuen Familie hinunter gingen kamen uns schon die Hundeoldies begrüßen. Kurz geschnuffelt, alles klar, wer kann schon Tyson widerstehen. Das neuen Mopsfrauchen sowieso nicht. Sie lag 5 Minuten später mit Tyson auf dem Boden und war nur am Lachen. Mit gutem Gewissen konnte ich Tyson verlassen, er ging durch das Haus und inspizierte jede Ecke. Sprang auf die Couch und schleppte schon das erste Spielzeug im Maul herum. Gleich am nächsten Morgen hörte ich nochmal nach wie es läuft. Tyson hatte natürlich im Bett genächtigt und tobte schon mit den anderen Hunden auf dem 4000 qm² Grundstück umher. Der schönste Satz war dann: Das ist mein Mops, ich bin schon ganz verliebt, geht das?

Meine Antwort: Ja das geht.

[ Bericht von Susi Becker 02.07.05 ]


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